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Der Prozesskünstler Maurice de Martin arbeitet seit vielen Jahren an der Schnittstelle zwischen Kunst und Gesellschaft und konzipiert Projekte, in denen er sich mit neuen Formen gesellschaftlicher Interaktion, Partizipation und Emanzipation auseinandersetzt. Er ist seit 2010 kontinuierlich als Dozent beim "Y-Institut für Transdisziplinarität" der Hochschule der Künste in Bern/CH tätig. Zudem hält er Seminare und Vorträge über Improvisation, Künstlerische Forschung, Partizipation und dialogische Kunstarbeit an Universitäten und Hochschulen im deutschsprachigen wie auch internationalen Raum (u.a. Folkwang-Universität Essen, Alanus-Hochschule Alfter bei Bonn, Kunsthochschule Burg Halle, Mazaryk-Universität Brno/CZ, Musikuniversität Bukarest/RO, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt/AT, KGIT Seoul/KOR, NYU/USA).

Beim Langzeitprojekt UNKNOWN SPACES (gemeinsam mit der Regisseurin Janina Janke) arbeitete er 2011-16 in den vier Hauptquartieren der Vereinten Nationen mit deren Mitarbeiter*innen zusammen und untersuchte die Stellung des Individuums innerhalb der komplexen UN-Strukturen. Diese künstlerische Forschungsarbeit erfuhr auch von leitenden UN-Offiziellen  (u.a. UN Generalsekretär Ban Ki-moon) positives Feedback, weil sie einerseits den UN Mitarbeiter*innen neue Perspektiven auf ihre Arbeit vermittelte, andererseits Außenstehenden ungewöhnliche Einblicke in den Alltag internationaler Diplomatie erlaubte und darüber hinaus beide Gruppen (Bürger und Diplomaten) in einen direkten Dialog brachte.


Mit seinen Projekten wie Maurice ist da! oder Temporäre Kunstakademie Marzahn (TKM) führte er in Kooperation mit der Galerie M in der Großraumsiedlung Berlin-Marzahn über fünf Jahre (2012-16) hinweg Menschen aus unterschiedlichsten Kontexten und Altersgruppen zusammen. Sein Hauptthema war hierbei die Frage nach Wert und Funktion von Kunst in einer Gesellschaft mit stark veränderten Arbeitsstrukturen. Die mediale Resonanz auf diese Arbeiten hatte sowohl auf das eher einseitige Image Marzahns, als auch die Eigen- und Kontextwahrnehmung der Bürger*innen des Bezirks eine nachhaltige Auswirkung. De Martin möchte Bürger*innen emanzipieren, indem er schöpferische Prozesse auf die gesamte Gesellschaft ausweitet und dabei neue Möglichkeiten individuellen wie auch kollektiven Engagements auslotet. Er ist der Ansicht, dass sich „exzellente“ Bildung heute nicht nur auf Eliten beschränken darf, sondern potenziell ALLE Mitglieder der Gesellschaft einbeziehen muss. Über seine partizipative Prozesskunst schafft er es, neue Perspektiven auf bis dato viel zu wenig ausgeschöpfte Kooperationspotentiale zu eröffnen, unterschiedlichste Akteure für gesellschaftliche Prozesse zu engagieren und darüber streitbare Modelle zur Stärkung des Gemeinschaftlichen zu entwickeln.


Neben seinen Arbeiten im Bereich der Prozesskunst ist Maurice de Martin Musiker, hat als solcher bis heute an der Veröffentlichung von 69 Alben im Bereich der improvisierten und zeitgenössischen Musik mitgewirkt, ist u.a. seit vielen Jahren festes Mitglied des international-renommierten Solisten-Ensembles zeitkratzer, war Musikalischer Leiter an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin und kooperiert momentan mit dem Performance-Kollektiv SheShePop.