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Stefan P., Sommerakademiemitglied, Pixel-Künstler, Indianer und Sänger:


"(...) der größte Dank gilt Euch allen, für die schönen Stunden, die ich in der Häselburg verbringen konnte... ich habe gemerkt das man sich auch mal was zutrauen soll auch wenn man (wie ich) bislang nur ausgegrenzt wurde... ich hoffe für uns alle, dass es weitergeht... wie auch immer... auch wenn sie es nicht lesen können, danke ich auch Claudia & Burkhard, ohne die es die Sommerakademie und der damit verbundene Spaß nie gegeben hätte.


Ines F., Sommerakademie-Mitglied, Fotografin, Ergotherapeutin und Bauingenieurin:


Sommerakademie 2017

Klamauk -(niveaulose) Komik, -[mit viel Bewegung, ausgelassenem Herumtollen verbundener] Lärm, Krach

Kunst - eine Definition von Kunst wage ich mir nicht herauszusuchen, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass sie zutreffen kann, für mich ist wichtig, dass Kunst FREI ist und den Betrachter berührt (in welcher Form auch immer).


Kunst oder Klamauk?

Der Versuch, ein ProzessKunstWerk zu erklären..........scheint mir schier unmöglich. Zunächst vielleicht so: 
Stellen Sie sich eine Wildblumenwiese vor …...schöne Blüten, dazwischen Grashalme lang und kurz, verblühte oder gar abgeknickte Blüten.....

Zur Eröffnung, viele Geraer Bürger*innen, neugierig. Von der Hausherrin wird vorgestellt ein berühmter Berliner Prozesskünstler Maurice de Martin. Es folgt ein Vortrag, der begeistert, ein Schlagzeugsolo und das Tönen eines gigantischen Gongs... es bleibt die Neugier...der Beginn!


Es folgen drei Monate, deren Höhepunkte, die Arbeiten der Sommerakademie, immer wieder sichtbar für die Öffentlichkeit, gezeigt werden. Was nicht zu sehen und zu lesen ist, ist der Prozess dahinter und vor allem – dessen Kunst!


Dieses gewisse Etwas, die Entwicklung, der Text zwischen den Zeilen. Und dabei dann bildete sich eine Gemeinschaft, die wuchs. Zusammen wuchs und größer oder über sich hinaus..... Menschen treffen aufeinander.........haben Raum und Motivation.

Wie ist das möglich?

Das Entscheidende daran: da stand ein Künstler vor jedem Einzelnen und nahm sein Gegenüber ernst, mit all seinen Nöten, Ängsten und Unzulänglichkeiten, aber auch mit dem Potenzial, das in ihm schlummert. Was folgte waren endlose Diskussionen, Ideen mit denen wir Jahre füllen könnten, Motivation jedes Einzelnen, ausprobieren, Wachstum, Anerkennung, klare Worte, Abendessen, totale Erschöpfung, Verzauberung durch Gemeinschaft, Mut, Neues auszuprobieren, Planung, Begegnungen, Selbstwert, großartige Veränderungen, Wertschätzung, empathische Gespräche, philosophische Gespräche bis zur Unverständlichkeit (meinerseits), Zuversicht.......


Nur ein Beispiel von vielen, zum AkadeMix (so nannten wir unser Plenum, in dem wir uns austauschten, über Kunst sprachen) nach der Performance zur Museumsnacht „Der Tempel der Göttin der Dienstleistung“ verlief anders als sonst. Noch bevor unser Ideengeber und Künstlerischer Leiter überhaupt zu Wort kam, hielt unsere älteste Teilnehmerin (80) eine glühende Rede und würdigte darin den Mut, die Umsetzung, die großartige Stimmung und das über sich Hinauswachsen eines jeden Beteiligten und dem war nichts hinzuzufügen.


Nach diesem Tag der „Göttin“ konnte ich sehen, alle waren aufrechter, stärker, mutiger, schöner und ein Stück gewachsen....die Erinnerung an die Wildblumenwiese. Kunst oder Klamauk? Wer beantwortet diese Frage?


Diese Kunst ist nicht „nur“ Kunst.................



Ulla S., Sommerakademie-Mitglied, freie Autorin


Als freiberufliche Autorin und eingeschworene Einzelkämpferin wollte ich eigentlich nur mal in das eine oder andere Projekt der Sommerakademie hineinschnuppern. Plötzlich fand ich mich mittendrin, machte beinahe alle Kunstaktionen mit und war fasziniert von der sich entwickelnden Eigendynamik dieser Prozesse. Was wir hier in immer wieder neuen Konstellationen zustande brachten, ist das Ergebnis einer Begeisterung entfachenden Anleitung von Maurice de Martin, der uns allen bewiesen hat, dass jeder Mensch eine einzigartige Kreativität entwickeln kann, von der er selbst überrascht ist, wenn er nur das Gefühl hat, gebraucht zu werden.


Dr. Till P., Psychater, Sommerakademie-Beobachter


Was Ihr dort tut ist ganz einfach: Ihr gebt den Menschen einen Raum zur Steigerung der Selbstwertschätzung. Sie lernen bei Euch, sich über die Auseinandersetzung mit anspruchsvollen künstlerischen Techniken und dem gemeinschaftlichen kreativen Arbeiten innerlich und äußerlich selbst zu befreien. Wobei Ihr ja -wie sonst bei solchen Projekten ja üblich- anscheinend Irritationen, Überforderung und damit potenzielle Konflikte nicht vermeidet, sondern sie sogar noch befördert, indem Ihr die Leute –wie man gut dokumentiert auf Eurer Homepage sehen kann- mit den verrücktesten Ideen befeuert und sie in riskanteste künstlerische Abenteuer mitnehmt. Wie Du mir bei unserem Gespräch beschrieben hast: zuerst kommt bei ihnen die Irritation, dann die Neugier und dann der Mut, über den eigenen Schatten springen zu wollen. Was im Resultat über den Erfolg des gemeinsam Erschaffenen zu einem neuen, individuellen, wie auch kollektiven Selbstvertrauen führt. Das ist eigentlich besser als jede Therapie, weil Ihr, bei allem was Ihr tut, die Menschen nicht pathologisiert. Deshalb kommen sie gerne zu Euch, bleiben dabei und verwandeln sich sukzessive in verantwortungsvolle und verlässliche Akteure der Gemeinschaft. Wenn die Menschen es schaffen, das, was sie bei Euch lernen, auf den Alltag zu übertragen, dann habt Ihr für die Zivilgesellschaft bewiesen, wie einfach Integration gehen kann und welche Kompetenzen man dafür benötigt: eine direkte Zuwendung zum Menschen, bedingungslos und ohne dabei die üblichen asymmetrischen Verhältnisse (z.B. über Unterschiede in der Bildung, der Sprache und ästhetischen Prinzipien) herzustellen! Ich bin hier nicht nur der Auffassung, sondern sogar der Überzeugung, dass nicht nur wir Mediziner von Euren ungewöhnlichen und höchst innovativen Methoden lernen können, sondern auch die Politik und alle anderen Akteure, die unsere Gesellschaft organisieren und verändern wollen.


Regina S., Biologin Sommerakademie Beobachterin und Besucherin


Ich war sehr gespannt auf den Prozesskünstler aus Berlin ! Schon das erste Gespräch mit Maurice war sehr erfrischend . Er war neugierig auf die Menschen hier und ich machte Menschen neugierig auf ihn. In den drei kurzen Monaten hat er viele Prozesse angeschoben, Menschen verändert, die Häselburg bekannt gemacht und mich mit vielen Aktionen begeistert. Hervorheben möchte ich die Performance zur Museumsnacht. Wie Maurice Menschen inspiriert, wie er sie bedingungslos annimmt, ist großartig und zeugt von einer

Klugheit durch Lebenserfahrung.


Ulrike H., Theaterregiseurin, ehemalige Mitarbeiterin des Goethe-Instituts Peking, Sommerakademie-Mitglied


Als Mensch, der zeitlebens kreativ tätig war, reizte mich die Sommerakademie und die damit verbundenen Vorhaben. Eine Gruppe fremder Menschen begegnete sich, neugierig aufeinander und auf das "Gemeinsame", was da entstehen sollte. Ein Feuerwerk von Ideen explodierte zunächst ungeordnet, doch schließlich geschickt gelenkt und geleitet von Maurice de Martin. In alle Richtungen entwickelte sich die Sommerakademie und als sich die Zeit ihrem Ende näherte, trennten sich die "Fremden" fast als Familie, in der Hoffnung, möglichst weiterhin gemeinsam kreativ tätig sein zu können. Es ist wunderbar zu erleben, was in jedem Einzelnen von uns steckt.

Es gibt kein: " Das kann ich nicht. " Jeder kann etwas, jeder auf seine Weise. Das hat mir die Sommerakademie sehr deutlich gezeigt.

Vielleicht gibt es eine Fortsetzung? Oder war die Sommerakademie eine Anleitung zur selbständigen Fortsetzung des kreativen Prozesses?


Alexandra K., Studentin, Performerin, Sommerakademie-Mitglied


Neben all den lieben, kreativen und einzigartigen Menschen der Sommerakademie, lernte ich auch die Stadt Gera, sowie mich selbst besser kennen. Ich bin sehr dankbar für die neuen Perspektiven, die Denk- und Ideenanstöße, die Herausforderungen und Projekte, die Organisation und Experimente, die Herzlichkeit und Offenheit - ich bin dankbar für die erste Sommerakademie in der Häselburg. 

Sie hat mich um einiges bereichert und ließ mich schließlich vollständig in Gera angekommen. 


Tanja S., Künstlerin, Filmemacherin aus der Schweiz, Mitglied des Sommerakademie-Organisationsteams

Seit Jahren treibt mich die Frage um, wie Kunst heute aussehen müsste, damit sie ausserhalb des Hochkultur-Kontextes Bedeutung haben und im Leben einzelner Menschen wirklich relevant werden kann. Nach einem Vortrag von Maurice de Martin an der Hochschule der Künste Bern über das besagte Projekt habe ich beschlossen, mein Masterstudium und akademisiertes Umfeld zu verlassen und nach Gera zu reisen. Aus einer geplanten Woche sind inzwischen drei Monate geworden, in denen ich u.a. das verlorene Vertrauen in meine eigene Rolle als Künstlerin und die Kraft und Bedeutung der Kunst wiedergefunden habe. Die Sommerakademie war ein kognitiv-sinnliches Laboratorium und Spielfeld, wo unterschiedlichste Menschen - die sonst kaum je aufeinander treffen würden! - gemeinsam, auf Augenhöhe und mit viel Möglichkeitssinn über Leben und Kunst, Freiheit und Gesellschaft, Heimat und (Be)fremde(n) - schlussendlich über ihren Platz in dieser Welt nachgedacht und geforscht haben. Zusammengefasst lässt sich festhalten: es war wundervoll und wegweisend.